Jugendhearing zur Pandemie im März

Der Bundesjugendring forderte im Januar 2021 in seiner Stellungnahme, dass Kinder und Jugendliche an Lösungen und Perspektiven in der Corona-Krise zu beteiligen sind.

Die JuCo-Studien der Universitäten Hildesheim und Frankfurt aus dem Jahr 2020 zeigen eindrucksvoll die Kritik junger Menschen. Die Studien stellen fest: Politische Teilhabe von jungen Menschen in Bereichen, die ihr persönliches Leben betreffen, muss auch in Krisen-Zeiten gewährleistet werden. Ein Vertrauensverlust wird deutlich angezeigt. Ebenso deutlich zeigt sich, dass knapp ein Viertel der Befragten angibt, nicht den Eindruck zu haben, dass die eigenen Sorgen gehört werden (23,6 Prozent). Weitere 22 Prozent finden, ihre Sorgen werden „eher nicht“ gehört.

In den Schulen werden die Schülervertretungen nicht an Lösungen beteiligt, weder daran wie die Schulen digitaler gestalten werden können, noch wie mögliche Öffnungsszenarien aussehen. Junge Menschen verbringen einen Großteil ihrer Zeit in Organisationen, die außerhalb der schulischen Bildung liegen – wie Sportvereine, Jugendverbände oder Jugendzentren; sie engagieren sich in Organisationen und haben Freundschaftsnetzwerke. Dies alles ist von jetzt auf gleich zum größten Teil weggebrochen und kann auch durch digitale Formate nicht ausreichend ersetzt werden. Das gemeinsame Formulieren von Positionen, Forderungen und Erwartungen an Politik wird damit erschwert. Zudem bietet die Politik keine Möglichkeiten der Mitwirkung. 

Bereits jetzt verfestigt sich laut der JuCo-Studien bei jungen Menschen der Eindruck, dass mal wieder Erwachsene allein entscheiden, wie Kinder und Jugendliche in der Corona-Krise ihren Alltag zu gestalten haben. Beteiligungsformate für junge Menschen sind offensichtlich nicht krisenfest und werden in der aktuellen Corona-Pandemie schlicht ausgesetzt. Das muss sich ändern – und zwar jetzt.

Kurz nachdem diese Stellungnahme mit der klaren Forderung veröffentlicht wurde, kündigte Bundesjugendministerin Franziska Giffey ein Jugendhearing für März an. Es ist gut, dass die Bundesregierung auf die Forderung so schnell reagiert!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.